**Seit mehreren Jahren setzt sich in der Tech-Industrie ein neues Konzept durch: das der Super-Apps
Nach WeChat, Grab, Alipay oder den Ambitionen von Elon Musk mit X Money ist es nun Microsoft, das Copilot als seine künftige, der künstlichen Intelligenz gewidmete Super-App präsentiert.
Doch diese Ankündigung wirft eine wesentliche Frage auf:
Kann man wirklich von einer Super-App sprechen?
Microsoft bündelt all seine KI-Dienste
Microsoft hat eine bedeutende Weiterentwicklung von Copilot angekündigt.
Das Ziel besteht darin, nach und nach mehrere KI-Erfahrungen in einer einzigen Anwendung zusammenzuführen:
- Copilot Chat
- GitHub Copilot
- Copilot Pages
- Copilot-Agenten
- Die Produktivitätstools von Microsoft 365
Die Idee ist einfach: einen einzigen Einstiegspunkt anzubieten, über den die Nutzer auf sämtliche von Microsoft entwickelten KI-Dienste zugreifen können.
Auf den ersten Blick erinnert diese Strategie an die der Super-Apps.
In Wirklichkeit ist der Vergleich jedoch differenzierter zu betrachten.
Eine Zentralisierung von Diensten statt einer echten Super-App
Bei OZAPAY sind wir der Ansicht, dass diese Entwicklung eher einer Zentralisierung von Diensten entspricht als einer echten Super-App.
Warum?
Weil nicht jede Anwendung, die mehrere Funktionen vereint, automatisch zur Super-App wird.
Copilot bündelt effizient mehrere KI-Tools.
Sein Ziel bleibt jedoch auf ein ganz bestimmtes Universum ausgerichtet:
- KI-Assistenz;
- Produktivität;
- Softwareentwicklung;
- intelligente Agenten.
Mit anderen Worten: Microsoft vereinheitlicht sein Angebot, bleibt aber innerhalb derselben Dienstfamilie.
Was ist eine echte Super-App?
Für uns geht eine echte Super-App weit über die bloße Integration von Funktionen hinaus.
Sie begleitet den Nutzer in seinem täglichen Leben.
Sie ermöglicht es beispielsweise:
- zu kommunizieren;
- Geld zu senden und zu empfangen;
- Zahlungen vorzunehmen;
- Waren oder Dienstleistungen zu kaufen;
- einen Transport oder eine Unterkunft zu buchen;
- die digitale Identität zu verwalten;
- auf Drittpartner zuzugreifen;
- mit einem echten Ökosystem zu interagieren.
Das Ziel besteht nicht nur darin, Werkzeuge zusammenzufassen.
Es geht darum, die Anwendung zu werden, die der Nutzer ganz natürlich mehrmals am Tag öffnet, unabhängig von seinem Bedarf.
Genau das unterscheidet Plattformen wie WeChat, Grab oder Alipay.
Der wahre Trend: Fragmentierung reduzieren
Das bedeutet nicht, dass Microsoft falsch liegt.
Im Gegenteil.
Die Ankündigung bestätigt einen Trend, den wir bei allen großen Tech-Akteuren beobachten.
Die Nutzer wünschen sich weniger Apps und mehr integrierte Erlebnisse.
- Apple rückt seine Dienste schrittweise näher zusammen.
- Google entwickelt ein immer kohärenteres Ökosystem rund um Gemini.
- Microsoft zentralisiert nun sein Copilot-Universum.
Alle diese Unternehmen verfolgen dasselbe Ziel:
Die Fragmentierung der digitalen Nutzung reduzieren.
Der nächste Schritt wird der spannendste sein
Unserer Meinung nach wird die nächste Entwicklung nicht mehr nur darin bestehen, mehrere Tools unter einer gemeinsamen Oberfläche zu vereinen.
Die Plattformen werden darauf abzielen, untereinander zu verbinden:
- künstliche Intelligenz;
- Zahlungen;
- digitale Identität;
- Finanzdienstleistungen;
- Handel;
- Kommunikation;
- Partnerdienste.
Erst dann wird man wirklich von universellen Super-Apps sprechen können.
Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Der Begriff Super-App wird heute weitläufig verwendet.
Dennoch entsprechen nicht alle integrierten Plattformen dieser Definition.
Wir unterscheiden heute drei große Kategorien.
1. Vereinheitlichte Plattformen
Sie vereinen mehrere Dienste, die demselben Universum angehören.
Beispiele:
- Microsoft Copilot
- Adobe Creative Cloud
- Microsoft 365
2. Digitale Ökosysteme
Sie verbinden mehrere Produkt- und Dienstfamilien miteinander.
Beispiele:
3. Echte Super-Apps
Sie werden zu einem einzigen Einstiegspunkt für eine Vielzahl täglicher Bedürfnisse und integrieren dabei Dienste Dritter.
Beispiele:
Unsere Vision bei OZAPAY
Wir sind überzeugt, dass die Zukunft nicht in der Anhäufung von Funktionen liegt, sondern in ihrer intelligenten Integration.
Eine Super-App darf nicht einfach mehr Werkzeuge anbieten.
Sie muss das Leben ihrer Nutzer vereinfachen, indem sie in einer einzigen Erfahrung die Dienste zusammenführt, die diese tatsächlich täglich nutzen.
Die Ankündigung von Microsoft ist eine hervorragende Nachricht für die Branche.
Sie bestätigt, dass die großen Unternehmen nun darauf abzielen, immer umfassendere und kohärentere Plattformen aufzubauen.
Doch unserer Meinung nach wird die nächste Generation von Super-Apps noch weiter gehen, indem sie künstliche Intelligenz, Zahlungen, digitale Identität, Partner und Alltagsdienste in einem echten offenen Ökosystem miteinander verbindet.
Die Zukunft wird wahrscheinlich nicht eine Anwendung mit mehr Funktionen sein.
Sie wird eine Anwendung sein, die ganz natürlich mehrere Anwendungen auf einmal ersetzen kann und dabei ein flüssiges, sicheres und nützliches Erlebnis im Alltag bietet.